Vortrag: Fußball unterm Hakenkreuz

Samstag 14.4. 16.30 - 20.00

Nicht nur in der Politik, auch im Fußball wollte Österreich seine Rolle im Nationalsozialismus lange nicht aufarbeiten. Opferlegenden wurden gepflegt, Schutzbehauptungen konstruiert und sportliche Erfolge zu Akten des Widerstands stilisiert. Die Geschichte der tatsächlich Verfolgten wurde ebenso ausgeblendet wie jene der Täter*innen und Profiteur*innen des NS-Systems. 

Der Wiener Fußball zählte in der Zwischenkriegszeit zu den wichtigsten Zentren der europäischen Fußballkultur. Im Zentrum des Vortrags stehen die veränderten Rahmenbedingungen im Sport nach dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland im März 1938.

Was änderte sich für Klubs, Spieler und Publikum, welche politischen Funktionen erfüllte der Fußball in der NS-Diktatur? Neben zentralen Momenten der Fußballgeschichte wie dem „Versöhnungsspiel“ 1938 wird auch auf Fußball(er) in den Konzentrationslagern eingegangen. Anhand beispielhafter Spielerbiographien werden Schicksale, aber auch Entscheidungsmöglichkeiten von Kickern während der NS-Herrschaft aufgezeigt. Nach 1945 wurden fußballerische Ereignisse dieser Jahre zu wichtigen Bestandteilen der Vereinsmythologien, aber auch zum Element österreichischer Selbstbilder.


 

Der Vortragende David Winterfeld (geb. Forster) ist Historiker im Archiv der Jüdischen Gemeinde Wiens. Er ist Erfinder und verantwortlicher Redakteur der Serie „Fußball unterm Hakenkreuz“ im Fußballmagazin ballesterer und Mit-Herausgeber des Sammelbands „Fußball unterm Hakenkreuz in der ‚Ostmark‘“ (Verlag DieWerkstatt).  

www.faninitiative.at

Eintritt: freiwillige Spenden

Samstag 16:30 - 20:00