Vortrag und Diskussion: Gute Huren?

Dienstag 30.05. 19:00

Sexarbeit mit pflegebedürftigen Menschen.

Sexualität ist etwas zutiefst menschliches. Das Recht auf Sexualität ist ein Grundrecht und Bestandteil der Menschenwürde. Auf dieser Grundhaltung basiert das Angebot der Sexualbegleitung und Sexualassistenz.

Auch behinderte, alte und pflegebedürftige Menschen haben ein Bedüfnis nach Zuneigung und Sex, haben es aber schwer, diesem nachzugehen, da sie oft in großer Abhängigkeit und mit vielen Einschränkungen leben müssen. Sie werden gerne als asexuelle Wesen betrachtet. Oft kommt es deshalb zu Frustration, Hemmungen, Verletzungen und sogar Übergriffen. Ein Thema, bei dem sich Angehörige aber auch Pflegekräfte oft sehr schwer tun. Obwohl Sex allezeit und fast überall präsent ist, ist das Thema der Sexualbegleitung nach wie vor tabuisiert. In mehreren Ländern Europas wird über dieses Thema aber politisch nachgedacht, in einigen wird es staatlich gefördert.

 

Sexualbegleiter*innen sind Sexarbeiter*innen und fallen in Österreich unter das Prostitutionsgesetz. Sexarbeiter*innen werden in unserer Gesellschaft stigmatisiert und deshalb abwertend betrachtet. Doch gerade beim Thema Sexualbegleitung wird erkannt, dass diese eine wichtige Lücke schließt und dass die Grenzen zwischen Sexarbeit und Pflegearbeit fließend sein können. Sexualbegleitung wird in der Gesellschaft jedoch eher akzeptiert als die oft sehr ähnliche Arbeit von Sexarbeiter*innen auf der Straße oder in Betrieben.

 

Folgende Fragen werden im Vortrag diskutiert: Ist Sex ein Grundbedürfnis des Menschen? Haben alle Menschen ein Recht auf Sex? Soll es “Sex auf Rezept” geben? Und wenn ja, für wen?

Der Vortrag richtet sich an Menschen mit Einschränkungen und deren Angehörigen, Pflegearbeiter_innen sowie an alle, die sich für das Thema interessieren. Am Ende des Vortrags wird es auch Platz für Fragen aus dem Publikum geben sowie eine mögliche Vernetzung von Einrichtungen zu diesem Thema.

 

Die Vortragende: Stephanie Klee ist Verwaltungswirtin, diplomierte Sozialarbeiterin, Sexarbeiterin, Aktivistin, Inhaberin von Highlights Berlin und Gründerin des Vereins move e. Vhttp://www.move-ev.org/. 2002 gründete sie den Bundesverband für sexuelle Dienstleistungen mit und 2014 das linke, feministische Netzwerk “Care Revolution”. Sie bietet Workshops und Seminare zum Thema der Sexualbegleitung an, auch für Angehörige.

 

Die Veranstalterin: iBUS (Innsbrucker Beratungsstelle für Sexarbeiter_innen) ist eine vom Bund, Land Tirol und der Stadt Innsbruck geförderte Einrichtung, die akzeptierende und aufsuchende Sozialarbeit macht und anonyme und kostenlose Beratung für Sexarbeiter_innen bietet. iBUS setzt sich für eine Entkriminalisierung von Sexarbeit in Österreich und der Anerkennung von Sexarbeit als Arbeit ein.

 

Dienstag 19:00
Eintritt frei