Akustik: Month of Sundays

Donnerstag 29.05. 20:45

Ankunft und Abschied sind gemeinsame Schwelle, aus der sich die Kompositionen von Months of Sundays wie Blüten öffnen, eine jede wird Nische sein: mannigfaltig und koordinatenlos.

Labyrinthisch dehnen sich, was im Englischen 'to falter' bedeutet: taumeln, zögern, schwanken, zaudern - zwischen 'Erschöpfung und Erwartung' Kompositionen aus, die jedwede Ungeduld in weite Ferne rücken lassen: man wartet - worauf? Kaum erahnt und erhascht, findet man sich in einer anderen Oase wieder, Zerstreuung und Bündelung als Spiel der Erinnerungen, Wahrnehmungen: fremden oder eigenen Spuren folgen und dabei vom Weg abkommen, wieder zurückfinden, manchmal in einer Nahaufnahme, manchmal in einem Panorama. Als befände man sich in der Obhut der Zeit selbst und ließe sich mit ihr ausfransen ohne jemals verloren zu gehen: das scheint in jeder Komposition als heimliches Versprechen mitgegeben zu sein. Ist man allein hier? Es flirrt an Beziehungen und Bezüglichkeiten, man weiß es nicht mehr, man sucht und versucht sich im Loslassen, kokettiert mit Intensitäten - wer war noch da, oder: was war es gleich? Kichert da gar etwas?

Unaufhörliche Intimität bis zum Schluss. Die Musik schlägt ihr Ende nur als Zelt auf, an dessen Eingang vielleicht Kafka wartet, der da sagt: 'Wenn das, was im Paradies zerstört worden sein soll, zerstörbar war, dann war es nicht entscheidend; war es aber unzerstörbar, dann leben wir in einem falschen Glauben.' (Rosemarie Pilz)

die Besetzung

Alex Kranabetter - Trompete
Philipp Harnisch - Saxophon
Ivo Fina - Gitarre
Johannes Wakolbinger - Drums


Donnerstag 20:45
Eintritt: 6/8/10 EUR - nach eigenem Ermessen
veranstaltungsunabhängiger Barbetrieb